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11. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Matomo DSGVO-konform einrichten: cookielos messen

Matomo läuft ohne Cookie-Banner, wenn die Konfiguration stimmt: Cookies aus, IPs kürzen, Löschfristen setzen. Die Einstellungen im Einzelnen — und ihre Grenzen.

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Anton Anders
IT-Berater & Entwickler

Matomo ist die naheliegendste Google-Analytics-Alternative — aber ab Werk ist es nicht automatisch bannerfrei. Im Auslieferungszustand setzt Matomo Cookies wie jedes klassische Analytics-Werkzeug. Bannerfrei wird es durch vier Einstellungen: Tracking-Cookies deaktivieren, IP-Adressen kürzen, Do-Not-Track respektieren, alte Rohdaten automatisch löschen. Alle vier sind Bordmittel und in einer halben Stunde gesetzt. Der Reihe nach.

Der übliche Rahmen: Das ist eine technische Anleitung, kein Rechtsrat. Ob eure konkrete Konfiguration einwilligungsfrei laufen darf, gehört in eure Datenschutzberatung — und in jedem Fall in die Datenschutzerklärung.

Schritt 1: Tracking-Cookies abschalten

Der wichtigste Schalter sitzt im Tracking-Code: _paq.push(['disableCookies']) vor dem Tracker-Aufruf, und Matomo arbeitet komplett ohne Cookies. Damit entfällt der Zugriff auf das Endgerät, der nach § 25 TDDDG die Einwilligung auslöst — die Grundlage des ganzen bannerfreien Modells. Der Preis ist bekannt: Wiederkehrende Besucher lassen sich nicht mehr über lange Zeiträume wiedererkennen, die Kennzahl „wiederkehrend vs. neu“ verliert an Schärfe. Für eine Firmenwebsite, die wissen will, was gelesen wird und woher Besucher kommen, ändert das nichts Relevantes.

Schritt 2: IP-Adressen kürzen

In der Oberfläche unter Administration → Privacy → „Anonymize data“: IP-Anonymisierung aktivieren und mindestens zwei Bytes maskieren. Aus einer vollen Adresse wird damit ein Netzbereich — für Statistik völlig ausreichend, für die Identifizierung einzelner Personen nicht mehr zu gebrauchen. Wer mag, lässt an derselben Stelle auch Referrer-Parameter und Standortgenauigkeit entschärfen.

Schritt 3: Do-Not-Track respektieren und Löschfristen setzen

Zwei weitere Häkchen im selben Privacy-Bereich. Erstens: „Do Not Track“ respektieren — Besucher, deren Browser das Signal sendet, werden gar nicht erst gezählt. Zweitens: die automatische Löschung alter Rohdaten aktivieren und eine Frist setzen; die aggregierten Berichte bleiben erhalten, die detaillierten Besuchsdaten verschwinden planmäßig. Damit steht auch die Antwort auf die Frage, die in jedem Verarbeitungsverzeichnis kommt: Wie lange speichert ihr das?

Was in die Datenschutzerklärung gehört

Bannerfrei heißt nicht, dass die Datenschutzerklärung entfällt. In sie gehört, dass ihr Matomo selbst gehostet und cookielos betreibt, dass IPs gekürzt werden, auf welcher Rechtsgrundlage gemessen wird (in dieser Konfiguration üblicherweise berechtigtes Interesse) und wie lange Rohdaten aufbewahrt werden. Das ist ein Absatz, kein Kapitel — aber er muss da sein, bevor der Tracker live geht.

Der Betrieb entscheidet — wie immer

Selbst gehostetes Matomo ist die konsequenteste Variante: Kein einziges Byte Besucherdaten verlässt das Haus. Es ist aber auch ein weiterer Dienst, der Updates, Backups und Monitoring braucht — an genau dieser Stelle scheitern Selfhosting-Projekte, nicht an der Software. Eine ungewartete Analytics-Instanz mit Besucherdaten ist ein schlechterer Zustand als gar keine Statistik. Wer die Datenhoheit ohne den Betriebsaufwand will, lässt Matomo als gemanagten Dienst laufen — dann kümmert sich jemand um die Instanz, und die Daten bleiben trotzdem auf EU-Servern unter eurem Zugriff.


Ihr wollt Matomo cookielos aufsetzen — oder aufsetzen lassen — und die Datenschutzerklärung gleich mit erledigen? Schreib mir — das ist ein überschaubares Projekt mit klarem Ende.

Häufige Fragen

Braucht Matomo ein Cookie-Banner? +

Cookielos konfiguriert in aller Regel nicht: Ohne Tracking-Cookies entfällt der Einwilligungstatbestand des § 25 TDDDG, und mit gekürzten IPs und kurzen Löschfristen lässt sich die Verarbeitung auf berechtigtes Interesse stützen. Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung bleibt Pflicht — Rechtsrat ersetzt das nicht.

Welche Einstellungen machen Matomo DSGVO-freundlich? +

Die vier Kernstellen: Tracking-Cookies deaktivieren (disableCookies), IP-Adressen um mindestens zwei Bytes kürzen, Do-Not-Track respektieren und automatische Löschung alter Rohdaten aktivieren. Alles davon sind Bordmittel, kein Plugin nötig.

Was verliere ich durch cookieloses Matomo? +

Die Wiedererkennung wiederkehrender Besucher über längere Zeiträume — Kennzahlen wie „wiederkehrende Besucher“ werden ungenauer, Sitzungen können doppelt zählen. Seitenaufrufe, Quellen, Inhalte und Conversions bleiben aussagekräftig, und es fehlen keine Banner-Ablehner.

Selbst hosten oder Matomo-Cloud? +

Selbst gehostet bleiben die Rohdaten vollständig im Haus — die konsequenteste Variante, wenn der Betrieb (Updates, Backups) geregelt ist. Die Matomo-Cloud ist bequemer, dann liegen die Daten beim EU-Anbieter mit AVV. Beides ist DSGVO-tauglich, die Frage ist Betriebsaufwand gegen Datenhoheit.

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